MR-Arthrographie

Allgemeines
Trotz des, durch die MRT insgesamt immensen Fortschrittes in der Diagnostik des Stütz- und Bewegungsapparates sind bestimmte klinische Fragestellungen ohne die intraarticuläre Injektion von Kontrastmittel, also die Durchführung einer MR-Arthrographie nicht zu beantworten.

Im Prinzip stellt die MR-Arthrographie einen iatrogenen Gelenkserguss dar, der die Gelenkskapsel und intraarticuläre Strukturen extendiert bzw. durch die intraarticuläre Verwendung eines Kontrastmittels (2 mmol/Liter Gd-DTPA) Defekte oder krankhafte Veränderungen an diesen Strukturen deutlich hervorhebt.

Durchführung
Mit Ausnahme des Kniegelenkes werden die Gelenke gewöhnlich durchleuchtungsgezielt punktiert und eine, auf das Volumen des Gelenksraumes unter Beachtung der Patientenkonstitution abgestimmte Kontrastmittelmenge intraarticulär injiziert. Dies erfolgt unter streng sterilen Kautelen. Danach soll das Gelenk in allen Freiheitsgraden bewegt werden, um ein Eindringen des Kontrastmittels in sämtliche Kompartments und allfällige Defekte zu gewährleisten.

Zwischen der Kontrastmittelapplikation und der daran anschließenden MR-Untersuchung sollen nicht mehr als 20 Minuten vergehen, da nach diesem Zeitintervall bereits eine Resorption und Verdünnung des Kontrastmittels eintreten. Das applizierte Kontrastmittel wird von der Capsula synovialis problemlos resorbiert. Bis auf den Kanüleneinstich ist die Prozedur in der Regel schmerzfrei und wird von den PatientInnen lediglich ein Druckgefühl im Gelenk angegeben.

Zur Beachtung
Obwohl minimal invasiv ist die MR-Arthrographie doch mit den Risken einer Intervention (z.B. septische Arthritis) verbunden und sollte erst nach Ausschöpfen nicht invasiver bildgebender Verfahren angewandt werden.

Da durch die Spezifität der, bei der MR-Arthrographie angewandten Sequenzen lediglich intraarticuläre Strukturen beurteilt werden, bleiben wichtige klinische Informationen über allfällige krankhafte Veränderungen in den Markräumen der gelenkbildenden ossären Strukturen und des periarticulären Weichteilmantels unberücksichtigt. Es ist daher obsolet eine MR-Arthrographie ohne vorangegangene „native“ MR-Untersuchung des betroffenen Gelenkes durchzuführen. Diese konventionelle MR-Untersuchung sollte nicht länger als 4 Wochen zurückliegen.

In der MRT imponieren Verkalkungen und corticale Strukturen ebenso wie Hämosiderinkoagel oder straffes fibröses Bindegewebe signallos. Eine direkte Beurteilung dieser Strukturen bzw. deren Differenzierung voneinander ist oft nicht, oder nur schwer möglich. Ein konventionelles Röntgenübersichtsbild zum Verkalkungsnachweis ist hilfreich bzw. notwendig.

Organisatorisches
Wegen des erhöhten Zeitbedarfes zur Durchführung einer MR-Arthrographie ersuchen wir Sie höflich, den Wunsch nach dieser Untersuchungsmodalität bei der Anmeldung Ihrer PatientenIn dezitiert bekannt zu geben. Da es sich um ein invasives Verfahren handelt, ist die persönliche Aufklärung der PatientenInnen durch den durchführenden Radiologen zumindest 24 Stunden vor der Untersuchung aus rechtlichen Gründen unerlässlich. Wir ersuchen Sie daher, auf die zeitgerechte Vereinbarung eines Aufklärungsgespräches hinzuweisen.